Bedürfnispyramide

Der Psychologe Abraham Maslow hat die Bedürfnispyramide definiert, die an allen Schulen gelehrt wird. Auf der untersten Stufe stehen die physiologischen Grundbedürfnisse (wie z.B. essen, trinken und schlafen), auf der nächsten die Sicherheitsbedürfnisse (wie z.B. sicherer Wohnraum, Regeln, Arbeitsplätze), dann die soziale Bedürfnisse (wie z.B. Kommunikation, Familie, Zugehörigkeit, Liebe), die Bedürfnisse nach Achtung (z.B. Wertschätzung und Anerkennung) und die Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung (z.B. Kunst, Philosophie)

Ich frage mich warum sich die Gesellschaft nicht als oberstes Ziel setzt, dass alle Menschen auf der Welt die Stufe der Selbstverwirklichung erreichen kann. Wir leben in einem System, dass sich für die meisten nur auf den beiden untersten Ebenen der Pyramide abspielen kann. Politik, Banken und Konzerne halten die Menschen in einem Wettkampf um Grundbedürfnisse und in einem Zustand der Unsicherheit, der Angst. Damit sie sich jeden Tag anstrengen und fast ihre komplette (Lebens)zeit damit verbringen zu arbeiten und zu konsumieren, um die Grundbedürfnisse zu befriedigen und Sicherheit kaufen zu können.

Wenn wir uns schon als die intelligentesten Wesen auf unserem Planeten bezeichnen, sollte es doch in unser aller Bestreben sein, das für jeden Menschen die Grundbedürfnisse bedingungslos bzw. leistungslos befriedigt sind. Wir benötigen ein Grundeinkommen für jeden. Die Menge an Geld auf der Welt reicht aus um dies zu finanzieren. Die Menge an produzierten Lebensmitteln ist dreimal größer als der Bedarf der gesamten Weltbevölkerung. Warum müssen dann Menschen in Teilen dieser Welt hungern? Warum akzeptieren wir ein Geldsystem, das nur für wenige Profite abwirft und gleichzeitig dafür sorgt dass ca. 2/3 der Lebensmittelproduktion im Müll landet? Das ist doch krank! Genauso krank oder absurd sind die durch Habgier erzeugte Umweltverschmutzung und der ungebremste Verbrauch von Rohstoffen. Kein Tier auf dieser Welt würde seinen Lebensraum so zerstören, wie die angeblich schlauste Spezies, der Mensch, es tut. Ein System, das von uns dauernd Wachstum verlangt ist zum Scheitern verurteilt, weil unser Planet und seine Ressourcen endlich sind.

Doch keiner will das akzeptieren. Es ist erwiesen, dass unser Geld- und Zinssystem nur 2% der Weltbevölkerung dient. 98% der Weltbevölkerung hätte ohne ein Zinssystem  mehr finanzielle Mittel zur Verfügung. Es klingt paradox, doch es steht mathematisch fest. Da bereits in jedem Produkt und in jeder Dienstleistung die wir kaufen 35% Zinsanteil drin steckt. Alles kostet also 35% mehr als es eigentlich wert ist.

Die klassische Politik spielt auf den großen und kleinen Bühnen dieser Welt mit Redegewandtheit, mit Emotionen und mit psychologischem Geschick,  dreht aber letztendlich nur die ganz kleinen Schrauben des Systems. Sie erwecken die Illusion, dass alles in Ordnung ist, dass sie alles im Griff haben. Das Gegenteil ist der Fall. (E.K. 20.05.2014)